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Internet of things (IoD) - Analog und Digital werden EINS

Michael Schützenhofer

Internet of things (IoD) - Analog und Digital werden EINS

Analoges wird mit dem Internet verbunden. Damit entstehen ungeahnte Möglichkeiten für alles, was bisher analog war und alles, was bisher digital war.

Das Internet der Dinge - kurz IoD – bezeichnet alle Gegenstände, die mit dem Internet verbunden sind. Neue Technologien machen es möglich, nahezu jeden noch so kleinen Gegenstand mit dem Internet zu verbinden, oder umgekehrt jedes digitale Produkt angreifbar und damit begreifbar zu machen.

Wozu? Das ist die große Herausforderung. Stellen Sie sich daher die Frage: Welchen Grundnutzen bietet der Gegenstand oder das digitale Produkt, das ich meinen Kunden anbiete und inwieweit kann dieser Grundnutzen besser erfüllt werden durch eine analoge oder digitale Ergänzung?

Dem vielzitierten Kühlschrank, der weiß, dass die Butter aus und die Milch abgelaufen ist, fehlen noch die notwendigen Daten um richtig durchzustarten. Als Zwischenschritt hat Bosch den Kühlschrank mit Kamera eingeführt. So kann man vom Supermarkt aus einen Kontrollblick in den Kühlschrank werfen (http://www.bosch-home.at/home-connect.html#fridges). Ob damit ein Bedürfnis besser erfüllt wird, entscheidet letztlich der Kunde.

Spannend wird es, wenn Sie über Ihr klassisches Geschäftsfeld hinausdenken. In Südamerika hat ein Produzent seinen großen freistehenden Kühlschränken ebenfalls eine Kamera spendiert: außen. Kühlschränke stehen dort zentral im Wohnraum und Einbrüche sind an der Tagesordnung. Also: Was wäre, wenn man mit dem Kühlschrank gleich eine Alarmanlage mit Bewegungsmelder mitverkauft? Wenn man dazu gleich eine Verbindung mit einer Alarmzentrale anbietet und das ganze über einen monatlichen Fixbetrag abrechnet? Ein neues Geschäftsfeld ist geboren, denn die Digitalisierung von Dingen ermöglicht das Anbieten von neuen Dienstleistungen!

Die Vorteile für Produzenten von Dingen:

  • Es entstehen neue Geschäftsmodelle durch Dienstleistungen, die jährliche Fixeinnahmen garantieren.
  • Mit der Dienstleistung bleiben die Produzenten auch bei langlebigen Produkten immer mit dem Kunden in Kontakt. Durch das Service ist eine engere Bindung des Kunden mit der Marke möglich.
  • Die neuen Services generieren Daten und Daten sind das Kapital der Zukunft.

Die Herausforderungen für Dienstanbieter:

  • Mit Hilfe der Erkenntnisse aus den neu gewonnen Daten (BigData) gilt es weitere Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln.
  • In ihrem Zuhause sind die Kunden sehr sensibel, wenn es um Datenschutz geht. Transparenz über die gesammelten Daten und was damit geschieht ist oberstes Gebot.
  • Wenn im Convenience-Bereich Kunden die Nachbestellung von alltäglichen Produkten ihren neuen Geräten überlassen, ist die Frage, mit wem zum Beispiel ein Milchproduzent in Zukunft verhandelt. Eventuell nicht mehr mit den Supermärkten, sondern mit den Kühlschrankproduzenten: Vom Produzenten über den Dienstleister zum Zwischenhändler!

Die Vorteile für Kunden:

  • Produkte werden smart und der Kunde kann diese womöglich zentral verwalten.
  • Lästige Tätigkeiten wie Nachbestellungen oder Reparaturtermine erledigen sich von selbst.
  • Wenn der Kunden auch Zugriff auf die durch seine Geräte gewonnen Daten erhält, lernt er vielleicht Interessantes über sich. Zusammen mit anderen vernetzten Dingen und vernetzt über einen womöglich neuen Dienstanbieter bekomme ich umfangreiches Feedback über mich und mein Leben :-).

Die Herausforderungen für Kunden:

  • Die Vielzahl an neuen Daten müssen bewältigt werden.
  • Die Dinge müssen zuhause mit dem Internet verbunden werden.
  • Alle Dinge ohne direkten Stromanschluss müssen von Zeit zu Zeit aufgeladen werden.
  • Das Thema Sicherheit muss gelöst werden. In Zeiten, wo Menschen die Kameras ihrer Notebooks zukleben, muss Vertrauen erst wieder aufgebaut werden.

Ausblick

Unglaubliches wird durch das Internet der Dinge möglich. Kreativität ist gefordert, wenn es darum geht, Dienstleistungen für bestehende Produkte zu entwickeln. Das wichtigste dabei: Hinhören, welches Bedürfnis der Kunde hat.

Beim Internet der Dinge geht es nicht um Technik, sondern in erster Linie um Zuhören und Empathie.